Trend Nr. 1: Ein echter Aufschwung, der jedoch je nach Sektor stark variiert
Die Zeitarbeit erreichte im Mai 2026 681.540 Vollzeitäquivalente, ein Anstieg von 0,5 % gegenüber dem Vorjahr. Laut Prism'emploiist dies nach über drei Jahren des Rückgangs ein Wendepunkt. Doch dieser Aufschwung verbirgt gegensätzliche Entwicklungen: Während der Dienstleistungssektor um 6,2 % und die Industrie um 1,4 % zulegen, verzeichnen das Baugewerbe einen Rückgang von 5,8 %, der Handel von 3,2 % und Transport/Logistik von 1,4 %.
Für eine Agentur mit mehreren Standorten bedeutet dies, dass in derselben Woche eine Niederlassung im Dienstleistungsbereich von Kandidaten überrannt werden kann, während eine andere im rückläufigen Bausektor unter Druck steht, Kundentermine zu generieren. Eine einheitliche Terminorganisation ohne lokale Anpassungsfähigkeit wird so zum Wettbewerbsnachteil.
Was das konkret für ein Netzwerk bedeutet:
- Die Fähigkeit, Spitzen bei Kandidatengesprächen in wachsenden Sektoren (Dienstleistungen, Industrie) schnell abzufangen;
- Eine differenzierte Priorisierung von Kundenterminen je nach sektoraler und regionaler Dynamik der jeweiligen Agentur;
- Ein Management, das in der Lage ist, Ressourcen für die Betreuung je nach Bedarf zwischen den Agenturen umzuverteilen.
Trend Nr. 2: Eine Digitalisierung, die voranschreitet, aber noch nicht vollends überzeugt
Fast 70 % der Unternehmen geben an, dass die Einführung digitaler Lösungen ihre Recruiting-Performance in den letzten zwei Jahren beschleunigt hat, so das Cegid-Barometer 2025, zitiert von Cegid. Doch laut derselben Quelle ist nur jeder dritte HR-Verantwortliche mit der Kandidatenerfahrung und dem Return on Investment der eingesetzten Tools vollauf zufrieden.
Diese Diskrepanz offenbart eine einfache Wahrheit: Digitalisierung reicht nicht aus, wenn sie nicht in ein konkretes, gut vorbereitetes Gespräch zum richtigen Zeitpunkt mit dem richtigen Berater mündet. Ein leistungsstarkes ATS ersetzt kein schlecht organisiertes Vorstellungsgespräch oder einen unzureichend qualifizierten Kundentermin.
Was das konkret für eine Agentur bedeutet:
- Eine Online-Terminvereinbarung, die das digitale Erlebnis nahtlos bis zum persönlichen Gespräch oder Videocall fortsetzt;
- Eine automatisierte Planung von Bewerbergesprächen, die den Beratern Zeit für den persönlichen Austausch verschafft;
- Kundentermine, die dank der bei der Buchung bereits erfassten Informationen optimal vorbereitet sind.
Trend Nr. 3: Anhaltend hoher Rekrutierungsdruck in bestimmten Berufsfeldern
68 % der Unternehmen im Baugewerbe berichten von Schwierigkeiten bei der Personalsuche, verglichen mit 40 % in der Industrie und 36 % im Dienstleistungssektor – wobei letzterer Wert für diesen Sektor historisch niedrig ist, so die von Cegid zitierte DARES. In diesem Umfeld zählt jedes qualifizierte Bewerbergespräch doppelt: Ein gefragtes Profil, das zu lange auf einen Termin warten muss oder auf einen unvorbereiteten Berater trifft, wandert zur Konkurrenz ab.
Was das konkret für eine Agentur bedeutet:
- Ein zeitnahes Angebot für ein Bewerbergespräch direkt nach der Bewerbung, insbesondere bei Engpassberufen;
- Eine automatische Zuweisung des passenden Beraters basierend auf dem gesuchten Sektor und Fachgebiet;
- Ein Monitoring der Zeitspanne zwischen Bewerbung und Erstgespräch, aufgeschlüsselt nach Agentur.
Was das in der Praxis bedeutet
Ein europäischer Marktführer im Fachhandel, der über 1700 Verkaufsstellen in einem hybriden Netzwerk aus eigenen Filialen und Franchisepartnern betreibt, hat seine Expertentermine digitalisiert: automatische Zuweisung nach Kompetenz und Standort, automatisierte Erinnerungen und eine konsolidierte Steuerung für über 100 Standorte. Das Ergebnis: mehr als 50.000 vollautomatisch vereinbarte Termine pro Jahr und Teams, die weniger Zeit am Telefon verbringen und mehr Zeit für ihre Gesprächspartner haben.
Es handelt sich zwar nicht um eine Zeitarbeitsfirma, sondern um einen Akteur im Bereich Natur, Tierbedarf und Wohlbefinden – doch das Prinzip ist direkt übertragbar: Termine mit hohem wahrgenommenem Wert (Bewerbergespräche, Kundentermine) in einem Netzwerk mit mehreren Standorten, bei denen die kompetenzbasierte Zuweisung und automatische Erinnerungen den Unterschied zwischen einem wahrgenommenen Termin und einem abgewanderten Kandidaten oder Kunden ausmachen.
Zusammenfassung
Häufig gestellte Fragen
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